WOHNQUALITÄT IM ALTER

„Der Umzug in eine Pflegeeinrichtung ist ein tiefer Einschnitt in das Leben pflegebedürftiger Menschen und ihrer Angehörigen. Meist geht damit neben gesundheitlichen Beeinträchtigungen auch die Sorge vor dem Verlust der gewohnten Umgebung einher, die den Betroffenen lange Zeit ein Zuhause war, das Sicherheit, Geborgenheit und Vertrautheit bedeutete.

Eine institutionell anmutende, krankenhausähnliche Architektur hat diese Verlustängste lange Zeit verfestigt und ein negatives Bild von Pflegeeinrichtungen mitgeprägt. Das klassische zweibündige Heim mit langen Fluren, großen Pflegestationen, Doppelzimmern und Speisesälen ist ein Auslaufmodell, das weder den Ansprüchen der hochaltrigen Bewohnerschaft und ihrer Angehörigen entspricht, noch dem wachsenden Anteil von Menschen mit Demenz gerecht wird.

Die Pflegelandschaft hat sich jedoch verändert. Pflegerische und architektonische Konzepte sind heute individueller und ganzheitlicher auf die pflegebedürftigen Menschen ausgerichtet. Mit einer kleinmaßstäblichen Architektur und überschaubaren Wohngruppen entwickeln sich Pflegeheime zunehmend von institutionellen Gesundheitsbauten zu attraktiven, wohnlichen Quartiersangeboten.

Auch die Vorzüge einer sensiblen und sorgfältigen Innenraumgestaltung finden in der Pflegeheimplanung zunehmend Berücksichtigung. Menschen mit Pflegebedarf und Demenz sind lange empfänglich für optische, haptische und akustische Reize ihrer Umgebung. Der gezielte Einsatz von Licht, Farbe und Materialien kann nachlassende Sinnesleistungen kompensieren und eine anregende Wohn- und Arbeitsumgebung für die Bewohnerschaft und die Pflegenden bieten.

Textilien tragen dabei im Gemeinschaftsbereich wie im Privatzimmer wesentlich zu einer wohnlichen und variablen Atmosphäre und Geborgenheit bei und fühlen sich gut an. Textile Bodenbeläge, Möbelbezüge, Raumteiler, Wand- und Deckenbespannungen verbessern die Raumakustik und setzen belebende und prägnante Akzente im Farbkonzept, Vorhänge und leichte Gardinen in floralen Dessins und frischen Farben dosieren darüber hinaus den Tageslichteinfall und den Sichtkontakt nach außen.

Heimbetreibende und Pflegende schätzen neben den gestalterischen Aspekten der Stoffe auch ihre pflegeleichten hygienischen, antibakteriellen und luftreinigenden Funktionalitäten. Für die Bewohnerinnen und Bewohner sind Dekostoffe vor allem Normalität: vertraute und beliebte Gestaltungselemente einer gewohnten häuslichen Umgebung.“

Gudrun Kaiser | Dipl.-Ing. Architektin

www.gudrun-kaiser-wia.de

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