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Worauf ist zu achten

Wohnqualität im Alter

Kann man im Alter nicht genauso wohnen wie heute? Bestehen hier spezielle Anforderungen? Worauf muss man besonders achten? Seit Jahren beschäftigen wir uns immer wieder mit dem Thema des Wohnens im Alter. Welche Stoffe werden benötigt, was sind die richtigen Designs und Funktionalitäten und worauf ist bei der Motiv- und Farbauswahl zu achten? Immer wieder gibt es neue Erkenntnisse und Anforderungen, die wir in die Gestaltung der Kollektionen einfließen lassen.

Eines aber schon einmal vorweg: Textilien wie Möbelstoffe, Vorhänge und Stores haben Farbträgerfunktionen. Sie gestalten den Raum maßgeblich und tragen zu einer angenehmen Raumatmosphäre bei, sodass sie sich positiv auf das Leben, Wohnen und Arbeiten auswirken.

CARE – Diese Kollektion wurde in Zusammenarbeit mit Experten der Branche, speziell auf die Ansprüche des Wohnens im Alter abgestimmt. Sie setzt sich aus funktionalen, schwer entflammbaren Textilien und Wandbekleidungen zusammen. In der Farbgestaltung sowie im Design der Oberflächen und Motive wurden die Bedürfnisse der Menschen in Pflegeeinrichtungen in den Fokus gesetzt und alle Kollektionsartikel mit passenden Funktionalitäten ausgestattet. Entdecken Sie auf den folgenden Seiten die vielfältigen Farbwelten und Dessins der CARE. Collection.

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Ein paar Zahlen zum Einstieg

Die Anzahl der älteren Menschen in der Bevölkerung steigt beachtlich. War 2018 noch jeder fünfte Bundesbürger älter als 65, so wird es 2060 voraussichtlich jeder Dritte sein. Wir Menschen werden immer älter und die Geburtenrate in der westlichen Welt ist niedrig. 2019 wurden ca. 818.000 Menschen in Deutschland in 15.400 Pflegeheimen versorgt, Tendenz steigend. Ca. 70 % der BewohnerInnen sind an einer Demenz erkrankt.

Dieser demografische Wandel ist von großer gesellschaftlicher Bedeutung. Unser Zusammenleben wird dadurch mehr und mehr verändert. Staatliche Förderprogramme im Bereich Alten- und Pflegepolitik unterstützen Projekte, um diesbezüglich bessere Strukturen zu schaffen, das Wissen zu fördern, die Beratungen zu verbessern und die Teilhabe am Leben der älteren Generationen zu fördern.

Diese Zahlen zeigen, dass auch in Zukunft der Bedarf an Pflegeeinrichtungen steigen wird. Wir brauchen Orte, an denen auf die Bedürfnisse der pflegebedürftigen SeniorInnen eingegangen wird, um ihre Lebensqualität zu verbessern. Orte, an denen sie sich wohl fühlen und Teil der Gesellschaft bleiben. Orte, an denen sie sich zurecht finden und entspannt Ihren Lebensabend verbringen können.

Wer lebt im Pflegeheim?

Menschen mit Demenz

Oft ist eine Demenz-Erkrankung der Grund für den Umzug in eine Pflegeeinrichtung. Geistige, kognitive und körperliche Fähigkeiten gehen bei den Erkrankten über die Jahre mehr und mehr verloren. Komplexe Handlungen können durch den Verlust des Kurzzeitgedächtnisses oft nicht mehr erfasst werden. Das Langzeitgedächtnis bleibt hingegen noch lange erhalten. Erinnerungen an früher sind bei vielen Demenzkranken noch möglich, aber das eben Geschehene ist nicht mehr präsent. Dies führt zu einem erhöhten Stressempfinden, welches durch eine angepasste Raumsituation reduziert werden kann.

Bei der Einrichtung von Räumen für Demenzkranke sollte man Folgendes berücksichtigen:

Der gezielte Einsatz von ruhigen Farben, gemäßigten Mustern ( Beispiele von ungünstigen Mustern zeigen), Gegenständen aus der Vergangenheit und schalldämmenden Materialien hilft, eine entspannte und sichere Umgebung für Menschen mit Demenz zu schaffen.

Menschen mit Seheinschränkungen

Das Sehvermögen nimmt im Alter ab. Dies verursacht bei den Betroffenen oft Unsicherheiten und Verwirrungen. Das Farbensehen ist auch für unser Gemüt wichtig und trägt zu einer natürlichen Lebensfreude bei.

Sehschwäche

Durch die Addition verschiedener Seheinschränkungen wird die Intensität von Farben im Alter weniger stark wahrgenommen. Bei schlechten Lichtverhältnissen und nachlassendem Sehvermögen unterscheidet das Auge weniger die Farbton- und Sättigungsunterschiede als vielmehr die Hell-Dunkel-Kontraste.

Blau-Schwäche

Bei älteren Menschen ist die visuelle Empfindlichkeit im biologisch besonders wirksamen Bereich der Wellenlänge 430 nm (Farbe Blau) im Vergleich zu jungen Menschen um ca. 80 % reduziert. Die kurzwelligen Lichtanteile gelangen infolge von Linsentrübung nur noch eingeschränkt auf die Netzhaut. Die Farbe Blau wird deshalb im Alter meist vergraut wahrgenommen. Um dem entgegen zu wirken, sollte man auf den Einsatz intensiver Farben setzen. So kehren die Farben in die Welt der
SeniorInnen zurück. Die Lebensfreude

Kontraste schaffen

Wie oben bereits erwähnt, unterscheidet das Auge durch nachlassendes Sehvermögen vor allem die Hell-Dunkel-Kontraste. Durch den richtigen Einsatz von Licht und die bewusste Auswahl von kontrastreichen Oberflächen, kann man für die Bewohner eine visuelle Barrierefreiheit schaffen.

Aufgrund dieser Einschränkungen ist es wichtig bei der Innenraumgestaltung in Bezug auf Belichtung, Beleuchtung, Farbgestaltung und Materialwahl folgendes zu beachten:

Sichtweise gesundes Auge
Natur scharf
Sichtweise gealtertes Auge
Natur gealtert
Sichtweise bei grauem Star
Natur unscharf
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Akustik

Textilen schaffen Ruhe

Eine angenehme Raumakustik ist ein entscheidendes Element bei der Raumgestaltung von Pflegeeinrichtungen, speziell in den öffentlichen Bereichen. Im Besonderen bei dementen Menschen im fortgeschrittenen Stadium verursacht zu viel Lärm Stress und Unsicherheit. 
Stoffe sind von Natur aus schalldämmend und tragen maßgeblich zu einer besseren Raumakustik bei. Setzt man Vorhänge und Möbelstoffe mit einer besonders hohen Schallabsorption ein, kann der Lärmpegel signifikant reduziert werden.  Für Bewohner:innen,  Besucher:innen und Mitarbeiter:innen ist der Aufenthalt so um vieles entspannter.

Biophilic Design

Natur tut gut

Wald

Ein Spaziergang im Grünen kann Wunder bewirken. Der Kopf wird frei und wir fühlen uns gut und erholt. Menschen im Alter sind oft körperlich nicht mehr in der Lage in die Natur zu gehen. Daher ist es wichtig, andere Wege zu finden, um Ihnen den Zugang zur Natur zu ermöglichen. Eine Möglichkeit ist es, den Blick nach draußen ins Grüne freizugeben. Dies ist aber vielerorts nur bedingt möglich, vor allem bei städtischen Einrichtungen. Eine Alternative ist die Natur in den Raum zu holen, indem man natürliche Materialien einsetzt, Motive und Bilder inspiriert durch die Natur verwendet und helle, freundliche Farben wählt. Aktuelle Architekturtrends unterstreichen dieses:

Biophilic Design (Naturliebendes Design) 

Dieses Konzept aus der Architektur verbindet den Menschen mit der Natur. Große Fenster geben Blicke in Grüne frei, Pflanzen im Raum sind wieder im Trend und Gegenstände aus der Natur fließen in die Raumgestaltung mit ein. 

Healing Architecture (Heilende Architektur) 

Dieser neue Trend „beschreibtin der Architektur von Gesundheitsbauten einen planerischen Ansatz, der Architektur als eine Variable zur Unterstützung des physischen und psychischen Wohlbefindens von Personal, Patienten und Angehörigen anerkennt.“

Quelle Wikipedia

Sowohl bei der Farb- als auch bei der Motivwahl für CARE, haben wir uns von der Natur inspirieren lassen. Natur wirkt beruhigend und erholsam auf das menschliche Gemüt. Der Anblick sorgt für Geborgenheit, Sicherheit und Wohlbefinden. Mit der richtigen Wahl von Materialien kann man die Natur in dem Raum holen und so für eine positive Raumatmosphäre sorgen.

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